Ein Marketingplan hält schriftlich fest, wen Sie mit welchem Angebot über welche Kanäle erreichen wollen, was das kosten darf und woran Sie Erfolg messen. Für einen Handwerksbetrieb reichen 2 bis 4 Seiten. Diese Marketingplan Vorlage besteht aus 8 Bausteinen und lässt sich unten kopieren. Danach folgt ein Beispiel für einen Badsanierer.
Die Struktur folgt dem üblichen Aufbau eines Marketingkonzepts: Situation analysieren, Ziele und Strategie festlegen, Maßnahmen planen und laufend prüfen (WKO, Marketingkonzept). Zahlen setzen Sie selbst ein. Der Ratgeber nennt bewusst keine Branchenwerte, weil sie von Gewerk, Region und Wettbewerb abhängen.
Wie erstellen Sie einen Marketingplan in 4 Schritten?
Wer einen Marketingplan erstellen will, braucht keine Agentur und keine Software. Ein Textdokument oder eine Tabelle genügt:
- Ist-Stand erfassen (1 Stunde): Listen Sie Aufträge und Anfragen des letzten Jahres mit Projektart und Quelle. Fehlt die Quelle, ist das Ihr erstes Ergebnis.
- Ziele und Zielgruppe festlegen (1 Stunde): Bausteine 2 bis 4 der Vorlage ausfüllen.
- Kanäle und Budget rechnen (1 bis 2 Stunden): mit den Rechnern und den eigenen Werten.
- Maßnahmen terminieren: Jede Maßnahme bekommt einen Termin und einen Verantwortlichen, bei Solo-Betrieben also Sie selbst.
Die Zeitangaben sind grobe Schätzungen für einen ersten Entwurf, keine Messwerte. Schauen Sie sich bei der Ausgangslage auch 2 bis 3 Mitbewerber an: Was bieten sie an, wie treten sie auf, womit sind sie bei Google sichtbar? So erkennen Sie Lücken, die Ihr Angebot füllen kann.
Was gehört in einen Marketingplan für Handwerker?
In den Plan gehören 8 Bausteine. Jeder beantwortet eine Frage in einem Satz oder einer kurzen Liste.
| Baustein | Leitfrage | Ergebnis |
|---|---|---|
| 1. Ausgangslage | Wo stehen wir bei Auslastung, Aufträgen, Anfragen? | 5 Zeilen Ist-Stand |
| 2. Ziele | Welche Projekte, wie viele, bis wann? | 1 bis 3 messbare Ziele |
| 3. Zielgruppe | Wer erteilt solche Aufträge? | Kurzbeschreibung des Wunschkunden |
| 4. Angebot | Warum Sie und nicht ein Mitbewerber? | 1 Satz Versprechen |
| 5. Kanäle | Wo erreichen wir den Wunschkunden? | 2 bis 3 Kanäle |
| 6. Budget | Was darf eine Anfrage, was ein Auftrag kosten? | Obergrenzen, Monatsbudget |
| 7. Maßnahmen | Was passiert wann und durch wen? | 12-Monats-Plan |
| 8. Kennzahlen | Woran sehen wir, ob es funktioniert? | 3 bis 5 Zahlen mit Zielwert |
Wie setzen Sie Ziele in Ihrem Marketingplan?
Setzen Sie Ziele vom Auftrag aus, nicht von der Werbung. Ein gutes Ziel nennt den Projekttyp, die Menge und den Zeitraum, zum Beispiel „[Anzahl] Komplettsanierungen bis [Datum]“. „Mehr Sichtbarkeit“ ist kein Ziel, weil es sich nicht prüfen lässt. Die WKO rät, Marketingziele möglichst genau zu beschreiben (WKO).
Prüfen Sie das Ziel an Ihrer Kapazität. Wer mehr Anfragen erzeugt, als er abarbeiten kann, verliert Kunden durch lange Wartezeiten. Rechnen Sie außerdem mit dem Deckungsbeitrag, also dem, was nach den direkt zurechenbaren Kosten vom Auftrag übrig bleibt (Gabler Wirtschaftslexikon).
Wie definieren Sie Zielgruppe und Angebot?
Beginnen Sie bei Ihren besten bisherigen Aufträgen und fragen Sie: Wer hat sie erteilt, was war der Anlass, was war dem Kunden wichtig? Daraus formulieren Sie den Wunschkunden in 3 bis 4 Sätzen, mit Wohnsituation, Projektanlass und Entscheidungskriterien. Notieren Sie auch, wen Sie nicht ansprechen wollen, etwa Anfragen für Kleinstaufträge.
Das Angebot beschreibt den Nutzen aus Kundensicht: was er bekommt, wie der Ablauf aussieht, was ihn von der Konkurrenz unterscheidet. Belegen Sie jede Aussage mit etwas Echtem, etwa einem Referenzprojekt. Behauptungen, die Sie nicht belegen können, gehören nicht in den Plan.
Welche Kanäle passen in den Plan?
Wählen Sie 2 bis 3 Kanäle, die zum Ziel passen, und bauen Sie sie in dieser Logik auf: erst das Fundament (Google-Unternehmensprofil, Bewertungen, Website), dann ein steuerbarer Kanal (Google Ads oder Meta Ads mit Landingpage), dazu Empfehlungen und Bestandskunden. Warum diese Reihenfolge sinnvoll ist, zeigt der Vergleich Aufträge für Handwerker finden: 8 Wege.
Fragen Sie bei jedem Kanal: Erreicht er meinen Wunschkunden, kann ich Menge und Zeitpunkt steuern, und kann ich Anfragen ihm zuordnen? Kanäle, die keine der 3 Fragen bejahen, lassen Sie weg.
Wie planen Sie das Budget ohne Bauchgefühl?
Planen Sie das Budget von hinten nach vorn. Prozentsätze vom Umsatz taugen höchstens als Plausibilitätscheck. Besser ist diese Rechnung mit Ihren eigenen Werten:
- Auftragsziel: [Anzahl Aufträge] im Zeitraum.
- Benötigte Anfragen = Aufträge ÷ Abschlussquote. Nehmen Sie hier die Quote Aufträge ÷ Anfragen, nicht Aufträge ÷ Angebote.
- Höchstens zulässige Kosten pro Auftrag = Anteil Ihres Deckungsbeitrags, den Sie für Werbung ausgeben wollen.
- Höchstens zulässige Kosten pro Anfrage = Kosten pro Auftrag × Abschlussquote.
- Werbebudget = benötigte Anfragen × Kosten pro Anfrage.
Die Zahlen für Klickpreis und Conversion Rate rechnen Sie mit dem Lead-Rechner und dem Werbekosten-Rechner durch. Ob sich das Ergebnis lohnt, prüfen Sie mit dem ROAS-Rechner, der den Break-even zeigt.
Wie sieht der Maßnahmenplan für 12 Monate aus?
Teilen Sie das Jahr in 4 Abschnitte. Passen Sie sie an Ihre Saison an, die je nach Gewerk anders verläuft.
| Zeitraum | Fokus | Maßnahmen | Prüffrage |
|---|---|---|---|
| Monat 1 bis 3 | Fundament | Tracking einrichten, Unternehmensprofil und Website prüfen, Bewertungsprozess und Empfehlungskarte starten | Erfassen wir jede Anfrage samt Quelle? |
| Monat 4 bis 6 | Kanal starten | Landingpage bauen, Anzeigen mit begrenztem Budget starten, wöchentlich auswerten | Kommen Anfragen für das Wunschprojekt? |
| Monat 7 bis 9 | Optimieren | Suchbegriffe und Anzeigen anpassen, Vorqualifizierung schärfen, Nachfass bei Angeboten | Sinken die Kosten pro Anfrage, steigt die Abschlussquote? |
| Monat 10 bis 12 | Auswerten, planen | Jahresbilanz je Kanal, Budget für das nächste Jahr festlegen, schwache Maßnahmen streichen | Was wiederholen wir, was lassen wir weg? |
Planen Sie dazu eine feste Routine: einmal pro Woche 15 Minuten für neue Anfragen und deren Quelle, einmal pro Monat eine Stunde für die Kennzahlen. Wer Anzeigen schaltet, startet bewusst klein und erhöht das Budget erst, wenn Tracking und Anfragequalität stimmen. Wird die Auslastung knapp, senken Sie das Budget, bevor Wartezeiten entstehen. Genau diese Steuerbarkeit unterscheidet bezahlte Kanäle von Empfehlungen.
Welche Kennzahlen gehören in den Marketingplan?
Nehmen Sie wenige Zahlen, die Sie monatlich wirklich ablesen. Die Formeln sind Standard, Zielwerte tragen Sie selbst ein.
| Kennzahl | Formel | Frage |
|---|---|---|
| Anfragen | Zahl der Anfragen je Quelle | Welche Quelle bringt die meisten Anfragen? |
| Kosten pro Anfrage | Werbeausgaben ÷ Anfragen | Liegen wir unter der Obergrenze? |
| Abschlussquote | Aufträge ÷ Anfragen (oder ÷ Angebote, dann so benennen) | Wie gut ist die Anfragequalität? |
| Kosten pro Auftrag | Werbeausgaben ÷ Aufträge | Trägt der Deckungsbeitrag das? |
Google rechnet die Kosten pro Conversion als Gesamtkosten geteilt durch die Zahl der Conversions (Google-Hilfe). Legen Sie für sich fest, was als Anfrage zählt, sonst sind die Zahlen nicht vergleichbar.
Marketingplan Vorlage zum Kopieren
Kopieren Sie den Block in ein Dokument und ersetzen Sie die Klammern.
MARKETINGPLAN [Betrieb] - [Jahr]
1. AUSGANGSLAGE
Auslastung: [Wochen im Voraus] | Aufträge letztes Jahr: [Anzahl, Typ]
Wichtigste Quellen: [z. B. Empfehlungen, Portal, Profil]
Größtes Problem: [z. B. zu viele Kleinaufträge]
2. ZIELE
Ziel 1: [Anzahl] [Projekttyp] bis [Datum]
Ziel 2: [Anzahl Anfragen pro Monat für Projekttyp]
3. ZIELGRUPPE
Wunschkunde: [Wohnsituation, Anlass, was ihm wichtig ist]
Nicht ansprechen: [z. B. Kleinstaufträge]
4. ANGEBOT
Versprechen in 1 Satz: [Nutzen, Ablauf, Beleg]
5. KANÄLE
Kanal 1: [Name] - Aufgabe: [Bekanntheit / Anfragen]
Kanal 2: [Name] - Aufgabe: [...]
6. BUDGET
Abschlussquote: [%] | Deckungsbeitrag je Auftrag: [€]
Max. Kosten pro Auftrag: [€] | Max. Kosten pro Anfrage: [€]
Monatsbudget: [€]
7. MASSNAHMEN (Monat | Maßnahme | Verantwortlich | Fertig bis)
[...]
8. KENNZAHLEN (monatlich)
Anfragen: [Ziel] | Kosten pro Anfrage: [Ziel] | Abschlussquote: [Ziel]
Prüftermin: [z. B. erster Montag im Monat]
Beispiel: Marketingplan eines Badsanierers
Das Beispiel ist erfunden und zeigt nur die Logik. Es beschreibt keinen echten Betrieb, und alle Zahlenfelder bleiben bewusst leer, weil Ihre Werte entscheiden.
| Baustein | Beispiel (fiktiver Betrieb) |
|---|---|
| Ausgangslage | Ausgelastet, aber überwiegend Teilsanierungen und Reparaturen. Die meisten Aufträge kommen über Empfehlungen. |
| Ziel | [Anzahl] Komplettbäder bis [Datum] statt Teilsanierungen |
| Zielgruppe | Eigenheimbesitzer, die ihr Bad komplett erneuern wollen, mit Zeit für eine Planung |
| Angebot | Komplettbad aus einer Hand mit festem Terminplan, belegt durch [Referenzprojekte] |
| Kanäle | Google-Unternehmensprofil mit Bewertungen, Google Ads auf Suchbegriffe zur Komplettsanierung mit Landingpage, Empfehlungen |
| Budget | Max. Kosten pro Auftrag [€], max. Kosten pro Anfrage [€], Monatsbudget [€] |
| Maßnahmen | Monat 1 bis 3 Fundament und Tracking, ab Monat 4 Anzeigen mit begrenztem Budget |
| Kennzahlen | Anfragen für Komplettbäder [Ziel], Kosten pro Anfrage [Ziel], Abschlussquote [Ziel] |
Auffällig am Beispiel: Das Ziel nennt einen Projekttyp, nicht nur „mehr Aufträge“. Dadurch wird jede Maßnahme prüfbar, denn eine Anfrage für eine Teilsanierung zählt dann nicht als Erfolg. Übertragen Sie dieses Prinzip auf Ihr Gewerk, etwa auf Dachsanierungen, Heizungstausch oder Gartenneugestaltung.
Wie sich das Thema im Detail für Ihr Gewerk darstellt, zeigt der Leitfaden Neukundengewinnung für Badsanierer.
Welche Fehler machen Betriebe beim Marketingplan?
- Der Plan hat kein Budget: Ohne Obergrenzen entscheidet der Kontostand statt der Rechnung.
- Zu viele Kanäle: Jeder Kanal braucht Pflege. Starten Sie mit 2 und bauen Sie aus, wenn sie laufen.
- Kennzahlen ohne Definition: Zählt ein Anruf ohne Projekt als Anfrage? Legen Sie es vorher fest.
- Kein Prüftermin: Ein Plan, den niemand öffnet, ändert nichts.
- Zielwerte aus dem Internet: Fremde Durchschnittswerte passen selten zu Ihrem Gewerk. Messen Sie Ihre eigenen.
Nächster Schritt
Füllen Sie zuerst die Bausteine 1 bis 4 aus. Das dauert grob geschätzt 2 Stunden und zeigt, wo Ihnen Zahlen fehlen. Wenn Sie wissen möchten, ob ein steuerbarer Kanal für Ihren Betrieb und Ihr Einzugsgebiet sinnvoll ist, finden Sie auf der Seite Marketing für Handwerker den Ablauf und den Weg ins Erstgespräch.