Fast jeder Handwerksbetrieb hat schon einmal überlegt, sich bei MyHammer, CHECK24 oder Aroundhome anzumelden, und viele haben es ausprobiert. Die Portale unterscheiden sich vor allem darin, wofür Sie bezahlen: für einen Kontakt, für eine Anfrage oder für den Zugang an sich. Dieser Vergleich zeigt aus Handwerker-Sicht, wie die großen Portale abrechnen, was öffentlich bekannt ist und wann es sich lohnt, Anfragen lieber selbst zu erzeugen. Alle Angaben haben wir direkt auf den Anbieterseiten geprüft, Stand Oktober 2026.
Was sind Handwerkerportale und wie verdienen sie Geld?
Handwerkerportale sind Plattformen, auf denen private und gewerbliche Auftraggeber ihr Projekt beschreiben und passende Handwerker vermittelt bekommen. Für Auftraggeber sind sie in der Regel kostenlos, bezahlt wird das Portal von den Handwerksbetrieben: per Gebühr pro Kontakt, per Festpreis pro Anfrage oder per monatlichem Abo.
In der Praxis gibt es 3 Grundmodelle:
- Gebühr pro Kontakt: Sie bekunden Interesse an einem Auftrag. Erst wenn der Auftraggeber Sie auswählt und seine Kontaktdaten teilt, wird eine Gebühr fällig. So arbeitet MyHammer.
- Festpreis pro Anfrage (Lead): Das Portal qualifiziert die Anfrage vor und schickt sie an eine begrenzte Zahl von Betrieben. Sie zahlen pro übermittelter Anfrage. So arbeitet Aroundhome.
- Flatrate / Mitgliedschaft: Sie zahlen einen festen Monatsbetrag und können auf alle passenden Aufträge reagieren. So arbeitet Blauarbeit.
Daneben gibt es Mischformen, etwa Abos mit enthaltenem Guthaben für Kontaktgebühren. Auch die Verbraucherzentrale unterscheidet zwischen Vermittlungsplattformen, Auktionsmodellen und Direktanbietern und weist darauf hin, dass Portale häufig vom Handwerker eine Provision verlangen.
Handwerkerportale im Vergleich: Kosten und Abrechnung
Die folgende Tabelle fasst zusammen, was die Anbieter auf ihren eigenen Seiten zu Kosten und Vertragsbedingungen für Handwerker veröffentlichen. Wo kein Preis öffentlich genannt wird, steht das so in der Tabelle.
| Portal | Abrechnungsmodell | Öffentlich genannter Preis | Laufzeit / Kündigung | Anfragen geteilt? | Quelle |
|---|---|---|---|---|---|
| MyHammer | Kontaktgebühr pro „Bestätigtem Kontakt“, optional Abo mit Grundgebühr + Guthaben | kein pauschaler Preis; Gebühr wird je Auftrag angezeigt | Rahmenvertrag mit 1 Monat Frist kündbar; Mindestlaufzeit je nach gebuchtem Paket | ja, mehrere Handwerker können Interesse bekunden | AGB, Stand Februar 2026 |
| CHECK24 Profis | Vermittlungsgebühren bei einzelnen Dienstleistungen | keine Anmeldegebühr; Höhe der Vermittlungsgebühr nicht öffentlich | nicht öffentlich auf der Anbieterseite | nicht öffentlich angegeben | Anbieterseite |
| Aroundhome | Festpreis pro qualifizierter Anfrage, keine Umsatzprovision | Preis abhängig vom Produkt, sichtbar im digitalen Vertragsprozess | in den meisten Fällen monatlich kündbar | ja, an maximal 3 Fachpartner | Partnerseite Badezimmer |
| Blauarbeit | Monats-Flatrate (Premium-Mitgliedschaft) | 149 € mtl. (Monatspaket), 99 € mtl. (Jahrespaket) | Monatspaket monatlich kündbar; Jahrespaket laut Bezeichnung mit Jahresbindung | ja, Mitglieder können auf alle Aufträge reagieren | Mitgliedschaften |
Stand Oktober 2026, abgerufen am 10.10.2026. Ob die Blauarbeit-Preise netto oder brutto gelten, geht aus der Seite nicht eindeutig hervor. Preise und Bedingungen können sich jederzeit ändern. Prüfen Sie vor der Anmeldung immer die aktuelle Leistungsbeschreibung.
MyHammer: Kosten und Abrechnung für Handwerker
Bei MyHammer ist die Registrierung kostenlos, bezahlt wird pro Kontakt. Laut MyHammer bekunden Sie kostenlos Interesse an so vielen Aufträgen, wie Sie möchten. Erst wenn sich ein Auftraggeber entscheidet, seine Kontaktdaten mit Ihnen zu teilen, wird eine Gebühr berechnet.
Die AGB für Handwerker (Stand Februar 2026) regeln die Details:
- Kontaktgebühr: Fällig bei einem „Bestätigten Kontakt“. Sie wird bei jedem Auftrag angezeigt und auf Grundlage von voraussichtlichem Umfang, Wert, Kategorie und Ort des Auftrags berechnet. Alle Preise verstehen sich netto.
- Kein Auftrag garantiert: MyHammer weist darauf hin, dass ein Bestätigter Kontakt nicht garantiert, dass Sie ein Angebot abgeben können oder den Auftrag bekommen.
- Abos: Optional gibt es Abonnements mit monatlicher Grundgebühr und Guthaben für Kontaktgebühren. Nicht verbrauchtes Guthaben verfällt am Monatsende.
- Erstattungen: Rückerstattungen richten sich nach einer eigenen Policy und werden nur als Kontoguthaben gewährt.
- Kündigung: Der Rahmenvertrag ist mit einer Frist von 1 Monat kündbar, bei gebuchten Paketen frühestens zum Ende der jeweiligen Mindestlaufzeit.
Eine öffentliche Preisliste für Kontaktgebühren oder Abos haben wir auf den offiziellen Seiten nicht gefunden. Im Netz kursieren Preisangaben von Drittseiten, die sich teils deutlich widersprechen. Verlassen Sie sich darauf nicht, sondern prüfen Sie die Gebühr, die MyHammer Ihnen bei konkreten Aufträgen in Ihrem Gewerk und Ihrer Region anzeigt. Laut eigener Angabe werden auf MyHammer monatlich 100.000 Aufträge von Auftraggebern eingestellt.
CHECK24 Profis: was Handwerker wissen sollten
CHECK24 Profis ist der Bereich von CHECK24 für Handwerk, Garten sowie Umzug und Transport. Laut CHECK24 gibt es keine Anmeldegebühr. Bei einzelnen Dienstleistungen fallen aber Gebühren für die Vermittlung von Kundenkontakten an.
Was öffentlich bekannt ist (Stand Oktober 2026):
- Registrierung: kostenfrei, mit Profil, Bildern und Auftragspräferenzen. Profile werden vor der Freischaltung geprüft.
- Anfragen: kommen per E-Mail oder App, passend zu den hinterlegten Präferenzen.
- Zahlungsabwicklung: Kundenzahlungen können über die Plattform angefragt und abgewickelt werden.
- Gewerke: Auf der Anbieterseite gelistet sind unter anderem Elektriker, Maler, Gärtner und Pflasterer, Bodenleger, Trockenbauer, Fenster- und Türenmonteure, Verputzer und Installateure.
- Gebühren: Für welche Dienstleistungen Vermittlungsgebühren anfallen und wie hoch sie sind, steht nicht auf der öffentlichen Anbieterseite. Auch hier gilt: Im Netz kursierende Zahlen von Drittseiten sind nicht offiziell bestätigt.
Wenn Sie über eine Anmeldung nachdenken, klären Sie vorab direkt beim Anbieterservice, welche Gebühr in Ihrem Gewerk anfällt und wann genau sie berechnet wird.
Aroundhome: Festpreis pro qualifizierter Anfrage
Aroundhome berechnet einen Festpreis pro qualifizierter Anfrage und keine Provision auf den Projektumsatz. Laut Aroundhome-Partnerseite zahlen Sie pro qualifiziertem Kontakt, unabhängig davon, ob daraus ein Auftrag entsteht. Gewinnen Sie den Auftrag, bleibt der komplette Umsatz bei Ihnen.
Die wichtigsten Bedingungen laut Aroundhome (Stand Oktober 2026):
- Preis pro Anfrage: abhängig vom angebotenen Produkt, einsehbar im digitalen Vertragsprozess. Eine öffentliche Preisliste gibt es nicht.
- Geteilte Anfragen: Jede qualifizierte Anfrage geht an maximal 3 Fachpartner, also an Sie und bis zu 2 Mitbewerber.
- Vorqualifizierung: Aroundhome prüft nach eigener Angabe Kontaktdaten und Interesse, bevor eine Anfrage weitergegeben wird.
- Flexibilität: Region und Anfragenmenge lassen sich anpassen, der Vertrag ist in den meisten Fällen monatlich kündbar, Pausen sind auf Antrag möglich.
- Abrechnung: Sammelrechnung alle 2 Wochen, die Partner-Software ist kostenlos.
Aroundhome selbst gibt an, dass im Durchschnitt aus jeder 10. Anfrage ein Auftrag wird. Das ist eine Anbieterangabe über alle Gewerke hinweg. Wie hoch die Quote in Ihrem Gewerk und mit Ihrem Angebotsprozess ist, sehen Sie nur, wenn Sie es selbst messen. Wer nach „Aroundhome Erfahrungen“ sucht, findet entsprechend unterschiedliche Berichte von Betrieben. Entscheidend ist am Ende Ihre eigene Rechnung, nicht die von anderen.
Blauarbeit: Flatrate statt Gebühr pro Kontakt
Blauarbeit arbeitet mit einer festen Monatsgebühr statt mit Gebühren pro Kontakt. Laut Blauarbeit kostet die Premium-Mitgliedschaft im Monatspaket 149 € pro Monat (monatlich kündbar) und im Jahrespaket 99 € pro Monat (Stand Oktober 2026). Die Registrierung selbst ist kostenlos.
Der Vorteil des Modells: Die Kosten sind fix und planbar, und Sie zahlen nicht pro abgegebenem Angebot. Der Nachteil: Sie zahlen auch in Monaten, in denen nichts Passendes dabei ist, und die Aufträge stehen allen Mitgliedern im Gewerk und in der Region offen.
Vorteile von Handwerkerportalen
Portale haben echte Stärken, gerade für bestimmte Situationen:
- Schneller Start: Profil anlegen, Gewerk und Region wählen, erste Anfragen sehen. Eine eigene Website oder Werbekonten brauchen Sie dafür nicht.
- Keine eigene Technik: Kein Tracking, keine Landingpage, keine Anzeigensteuerung. Das Portal übernimmt die Werbung um Auftraggeber.
- Gut für Auftragslücken: Wenn kurzfristig Kapazität frei ist, lassen sich Lücken oft schneller füllen als über jeden selbst aufgebauten Kanal.
- Bewertungen aufbauen: Gerade für junge Betriebe ist ein Profil mit ersten Bewertungen ein Vertrauensanker.
- Kalkulierbares Einstiegsrisiko: Bei Kontakt- oder Anfragemodellen zahlen Sie nur, wenn tatsächlich ein Kontakt zustande kommt.
Grenzen von Handwerkerportalen
Die Grenzen liegen weniger im einzelnen Portal als im Modell selbst:
- Geteilte Anfragen: In den meisten Modellen bekommt der Auftraggeber mehrere Angebote. Bei Aroundhome sind es bis zu 3 Fachpartner, bei Kontakt- und Flatrate-Modellen können mehrere Betriebe Interesse bekunden. Das ist für Auftraggeber gewollt, für Sie bedeutet es Vergleich.
- Preisdruck: Wo mehrere Angebote nebeneinander liegen, wird schnell vor allem die Endsumme verglichen. Wer über Qualität, Beratung und Ausführung verkaufen will, hat es in diesem Umfeld schwerer.
- Keine eigene Marke: Der Interessent hat das Portal gefunden, nicht Sie. Bewertungen und Profil gehören zur Plattform.
- Keine eigenen Daten: Sie sehen nicht, wie die Anfrage entstanden ist, und können nicht steuern, welche Vorqualifizierungsfragen gestellt werden.
- Abhängigkeit: Ändern sich Preise oder Bedingungen, können Sie nur annehmen oder gehen.
Das heißt nicht, dass Portale schlecht sind. Es heißt, dass sie für bestimmte Ziele gebaut sind: schnelle, vergleichbare Vermittlung. Für das Ziel „mehr große Projekte zu meinen Konditionen“ sind sie nicht optimiert. Wie Sie bei konkurrierenden Anfragen ein Angebot schreiben und nachfassen, steht im Ratgeber Angebot schreiben als Handwerker.
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→ Zur kostenlosen Vorlagen-BibliothekLeads kaufen oder selbst generieren?
Leads kaufen lohnt sich, wenn Sie schnell Auslastung brauchen, viele kleinere Aufträge abwickeln und keine eigene Technik aufbauen wollen. Selbst generieren lohnt sich, wenn Ihre Projekte groß genug sind, um Aufbau und Werbebudget zu tragen, und Sie Anfragen exklusiv und zu Ihren Bedingungen wollen. Die folgenden Kriterien helfen bei der Entscheidung:
| Kriterium | Eher Portal (Leads kaufen) | Eher eigene Anfragen (selbst generieren) |
|---|---|---|
| Typischer Auftragswert | eher kleinere Aufträge | Projekte ab ca. 15.000–20.000 € |
| Zeithorizont | Sie brauchen Aufträge in den nächsten Wochen | Sie wollen einen dauerhaften, steuerbaren Kanal |
| Referenzen und Bildmaterial | noch wenige | aussagekräftige Projekte vorhanden |
| Verkauf über | Preis und Verfügbarkeit | Qualität, Beratung, Gesamtpaket |
| Anfrage-Exklusivität | geteilt ist in Ordnung | Anfrage soll nur bei Ihnen landen |
| Eigene Kapazität für Aufbau | kaum | Bereitschaft, einige Wochen in den Aufbau zu investieren |
| Daten und Steuerung | nicht wichtig | Sie wollen wissen, welche Anzeige welche Aufträge bringt |
Viele Betriebe fahren beides: Portale für Lücken und kleinere Jobs, ein eigenes System für die großen Projekte. Wichtig ist nur, dass Sie beides mit derselben Messlatte bewerten: Kosten pro gewonnenem Auftrag, nicht Kosten pro Kontakt. Ein günstiger Kontakt, aus dem selten ein Auftrag wird, kann am Ende teurer sein als eine teurere Anfrage mit hoher Abschlussquote. Wie sich der Preis pro Anfrage bei eigenen Kampagnen zusammensetzt, zeigt der Artikel Was kostet ein Lead im Handwerk. Mit dem Lead-Rechner können Sie Ihre eigenen Zahlen durchspielen.
Wenn Sie selbst generieren, bestehen eigene Anfragen aus 3 Bausteinen: einer Anzeige auf Google oder Meta (Facebook & Instagram), einer spezialisierten Landingpage und einer Vorqualifizierung per Fragebogen, wie im Artikel zum Badsanierungs-Funnel beschrieben. Welche Plattform für Ihr Gewerk der bessere Start ist, ordnet Meta oder Google Ads ein.
Portale sind nicht die einzige Alternative zu MyHammer
Wer nach einer MyHammer-Alternative sucht, meint oft gar kein anderes Portal, sondern einen Weg, unabhängiger an Aufträge zu kommen. Neben den Portalen gibt es dafür 7 weitere Wege: Empfehlungen, Google-Unternehmensprofil, eigene Website mit SEO, Google Ads, Meta Ads (Facebook & Instagram), Kooperationen mit Architekten, Hausverwaltungen oder Energieberatern sowie öffentliche Ausschreibungen.
Einen ehrlichen Vergleich aller 8 Wege mit Tabelle zu Kosten-Charakter, Planbarkeit und Anfragequalität finden Sie im Leitfaden Aufträge für Handwerker finden: 8 Wege im ehrlichen Vergleich. Einen Überblick über alle Marketing-Bausteine für Betriebe gibt die Seite Marketing für Handwerker.
Checkliste: Worauf Sie vor der Anmeldung achten sollten
Bevor Sie sich bei einem Portal anmelden oder einen Vertrag abschließen, klären Sie diese Punkte schriftlich:
- Was kostet ein Kontakt oder eine Anfrage in meinem Gewerk und meiner Region? Nicht im Durchschnitt, sondern konkret.
- Wann genau wird die Gebühr fällig? Bei Interesse, bei Kontaktfreigabe oder bei Übermittlung der Anfrage?
- An wie viele Betriebe geht dieselbe Anfrage?
- Gibt es eine Mindestlaufzeit, und wie wird gekündigt?
- Wie werden ungültige Anfragen erstattet? Als Geld oder nur als Guthaben?
- Kann ich Region und Menge selbst steuern oder pausieren?
- Wie messe ich meinen Erfolg? Legen Sie vorher fest, nach wie vielen Wochen Sie Kosten pro gewonnenem Auftrag auswerten.
Wer diese 7 Fragen vorab klärt, erlebt hinterher weniger Überraschungen, egal für welches Portal er sich entscheidet.
Nächster Schritt
Portale sind ein legitimes Werkzeug, besonders für den Start und für Auftragslücken. Wenn Ihre typischen Projekte aber bei 15.000 bis 20.000 Euro und mehr liegen und Sie diese Anfragen lieber exklusiv und zu Ihren Bedingungen bekommen wollen, lohnt sich ein Blick auf ein eigenes System. Ob das für Ihren Betrieb und Ihr Einzugsgebiet aufgeht, prüfen wir im Erstgespräch anhand der echten Suchnachfrage in Ihrer Region. Wenn ein Portal für Sie gerade die bessere Wahl ist, sagen wir Ihnen das auch.