„Was kostet Google Werbung?“ ist eine der ersten Fragen, die Handwerksbetriebe stellen, und die ehrliche Antwort lautet: so viel, wie Sie festlegen, aber nicht jeder Betrag bringt Aufträge. In diesem Artikel finden Sie, wie der Preis bei Google Ads entsteht, aus welchen 3 Kostenblöcken sich die Gesamtkosten zusammensetzen und was ein Klick für typische Handwerks-Suchbegriffe laut Google Keyword Planner tatsächlich kostet. Am Ende rechnen wir Schritt für Schritt durch, ab welchem Auftragswert sich das lohnt.
Was kostet Google Ads?
Google Ads hat keinen Festpreis. Sie legen ein durchschnittliches Tagesbudget selbst fest und zahlen bei Suchkampagnen nur, wenn jemand auf Ihre Anzeige klickt. Der Preis pro Klick entsteht in einer Auktion und hängt von Suchbegriff, Region, Wettbewerb und der Qualität Ihrer Anzeige ab.
Für die Budgetplanung sind 2 Regeln aus der Google-Ads-Hilfe zu Gebot und Budget wichtig: An einzelnen Tagen darf Google bis zum Doppelten Ihres Tagesbudgets ausgeben, wenn die Nachfrage hoch ist. Über einen Abrechnungszeitraum berechnet Google aber nie mehr als Ihr Tagesbudget mal 30,4. Bei 50 Euro Tagesbudget sind das maximal 1.520 Euro im Monat. Sie haben die Kosten also in der Hand, nur nicht den Preis pro Klick. Wie Sie das Budget aus Ihrem Auftragsziel ableiten, zeigt die Marketingplan Vorlage für Handwerker.
Wie entsteht der Klickpreis bei Google Ads?
Der Klickpreis entsteht in einer Auktion, die laut Google bei jeder einzelnen Suche neu stattfindet. Wer oben steht, entscheidet nicht nur das Gebot, sondern eine Kombination aus Gebot, Anzeigenqualität und weiteren Faktoren.
Laut der Google-Hilfe zur Funktionsweise der Auktion fließen 6 Faktoren in den Anzeigenrang ein:
- Ihr Gebot: der Höchstbetrag, den Sie für einen Klick zu zahlen bereit sind.
- Qualität von Anzeige und Landingpage: Wie relevant und nützlich sind Anzeige und Zielseite für die Suche?
- Anzeigen-Assets: zusätzliche Informationen wie Telefonnummer oder weitere Links.
- Schwellenwerte für den Anzeigenrang: Mindestqualität, um überhaupt an einer Position zu erscheinen.
- Kontext der Suche: Suchbegriff, Standort, Gerät, Uhrzeit.
- Wettbewerb in der Auktion: wie dicht die anderen Anzeigen beieinanderliegen.
Wichtig für Ihr Budget: Sie zahlen nicht automatisch Ihr Höchstgebot. Laut der Google-Definition des tatsächlichen Klickpreises zahlen Sie in der Regel nur so viel, wie mindestens nötig ist, um die Schwellenwerte zu erreichen und den Wettbewerber unter Ihnen zu schlagen. Bei automatischen Gebotsstrategien kann ein einzelner Klick allerdings auch über dem Maximalgebot liegen.
Was der Qualitätsfaktor damit zu tun hat
Im Konto zeigt Google für jedes Keyword einen Qualitätsfaktor von 1 bis 10. Er setzt sich aus 3 Teilen zusammen: voraussichtliche Klickrate, Anzeigenrelevanz und Nutzererfahrung mit der Landingpage. Google betont, dass der Qualitätsfaktor selbst nur ein Diagnosewerkzeug ist und nicht direkt in die Auktion einfließt. Er zeigt Ihnen aber, wo Ihre Anzeigenqualität schwächelt, und die Qualität von Anzeige und Landingpage fließt sehr wohl in den Anzeigenrang ein. Praktisch heißt das: Eine passgenaue Anzeige mit einer guten Zielseite kann günstiger oben stehen als ein Wettbewerber, der einfach mehr bietet.
Aus welchen 3 Kostenblöcken bestehen die Gesamtkosten?
Die Gesamtkosten für Google Ads bestehen aus 3 Blöcken: dem Klickbudget, das direkt an Google fließt, der Betreuung des Kontos (intern oder extern) und der Landingpage samt Tracking. Wer nur auf das Klickbudget schaut, rechnet zu knapp.
1. Klickbudget
Das ist der Betrag, den Google Ihnen für Klicks berechnet. Er ist variabel und vollständig steuerbar. Als Orientierung für einen regionalen Betrieb mit Hochpreis-Projekten nennen wir in unseren Ratgebern 1.000 bis 2.500 Euro reines Werbebudget pro Monat. Der richtige Wert hängt aber weniger von Ihrem Wunsch ab als davon, wie viele passende Suchanfragen es in Ihrem Einzugsgebiet gibt. Mehr Budget als Suchnachfrage lässt sich nicht sinnvoll ausgeben.
2. Betreuung: selbst machen oder Agentur
Ein Google-Ads-Konto ist kein Selbstläufer. Keyword-Auswahl, Anzeigentexte, wöchentliche Pflege der Suchbegriffe und negativen Keywords, Gebotsstrategie und Auswertung kosten Zeit. Machen Sie das selbst, zahlen Sie mit Ihren Stunden. Beauftragen Sie eine Agentur, sind diese Abrechnungsmodelle verbreitet:
| Modell | So funktioniert es | Darauf sollten Sie achten |
|---|---|---|
| Feste Monatspauschale | Gleicher Betrag pro Monat, unabhängig vom Werbebudget | Klar definieren, was enthalten ist (Pflege, Reporting, Landingpage) |
| Prozent vom Werbebudget | Honorar steigt mit dem Budget | Anreiz zu mehr Budget statt mehr Effizienz offen ansprechen |
| Einrichtung plus Betreuung | Einmalige Einrichtung, danach laufende Pauschale | Gehört Ihnen das Konto? Bleiben Daten bei Kündigung bei Ihnen? |
Bei uns sieht das so aus: Der Einstieg läuft über 3 Monate inklusive komplettem Setup, danach folgt eine monatliche Betreuung; die Kosten kalkulieren wir im Erstgespräch passend zu Region und Umfang. Wie wir Google-Ads-Konten für Handwerksbetriebe aufbauen und betreuen, steht auf der Seite Google Ads Agentur für Handwerksbetriebe.
3. Landingpage und Tracking
Der dritte Block wird am häufigsten vergessen: Wohin führt der Klick, und wie messen Sie, was daraus wird? Eine spezialisierte Landingpage für Ihre wichtigste Leistung und ein sauberes Conversion-Tracking sind meist einmalige Kosten, entweder als eigenes Projekt oder als Teil eines Agentur-Setups (bei uns im Einstieg enthalten). Ohne diesen Block zahlen Sie Klicks, wissen aber nicht, welche davon Anfragen bringen. Warum genau das so viel Budget kostet, zeigt der Artikel Google Ads Klicks, aber keine Anfragen: 5 Fehler, die Ihr Budget verbrennen.
Kostenlose Excel-Vorlage
Keywords, Anzeigengruppen und Budget planen, bevor der erste Euro an Google fließt: Unser Google-Ads-Kampagnen-Planer bringt Klickpreise, Budget und Struktur in eine Übersicht.
→ Kampagnen-Planer kostenlos ladenWas kostet ein Klick für typische Handwerks-Suchbegriffe?
Laut Google Keyword Planner liegt die Gebotsspanne für Anzeigen oben auf der Seite bei den meisten Handwerks-Suchbegriffen bundesweit zwischen rund 1 und 5 Euro pro Klick. Deutlich teurer sind Begriffe mit akutem Bedarf (Notdienst) oder hohem Auftragswert pro Kunde (Wärmepumpe).
Die folgende Tabelle zeigt Google-Schätzungen für Deutschland (Abruf Oktober 2026). „Ø Suchen/Monat“ ist der Durchschnitt der monatlichen Suchanfragen für genau diesen Begriff. Die Gebotsspanne gibt laut Google-Hilfe zu den Keyword-Planer-Messwerten den unteren und oberen Bereich dessen wieder, was Werbetreibende in der Vergangenheit für eine Platzierung oben auf der Suchergebnisseite geboten haben. Das sind keine garantierten Preise, und in Ihrer Region können die Werte deutlich abweichen. Wie Sie solche Werte selbst im Keyword Planner abrufen und lesen, zeigt die Anleitung zum Google Keyword Planner.
| Suchbegriff | Ø Suchen/Monat | Gebotsspanne oben auf der Seite |
|---|---|---|
| badsanierung | 6.600 | 1,12 – 4,14 € |
| badsanierung kosten | 4.400 | 0,70 – 2,17 € |
| bad sanieren kosten | 210 | 0,66 – 1,99 € |
| haussanierung | 720 | 1,07 – 4,28 € |
| komplettsanierung haus | 70 | 1,26 – 4,44 € |
| innenausbau | 4.400 | 1,10 – 3,59 € |
| trockenbau | 22.200 | 0,90 – 3,54 € |
| dachdecker | 40.500 | 1,29 – 5,36 € |
| dachsanierung | 2.400 | 1,08 – 4,17 € |
| heizung erneuern | 1.600 | 1,00 – 4,18 € |
| wärmepumpe installateur | 720 | 2,61 – 11,57 € |
| sanitär notdienst | 2.400 | 3,36 – 12,19 € |
| fenster austauschen | 1.300 | 0,87 – 2,99 € |
| poolbau | 1.900 | 0,80 – 2,59 € |
| gartengestaltung | 14.800 | 0,63 – 1,70 € |
| elektriker | 60.500 | 1,22 – 5,37 € |
| maler | 27.100 | 1,09 – 3,57 € |
Quelle: Google Keyword Planner, Standort Deutschland, Sprache Deutsch, abgerufen am 10.10.2026.
3 Dinge fallen auf:
- Viel Suchvolumen heißt nicht viele Kunden. Kurze Begriffe wie „elektriker“, „maler“ oder „dachdecker“ haben hohe Suchzahlen, darunter aber auch Menschen, die einen Job, eine Ausbildung oder Gehaltsinfos suchen. Ohne negative Keywords zahlen Sie für diese Klicks mit.
- Dringlichkeit treibt den Preis. Bei „sanitär notdienst“ liegt der obere Bereich bei 12,19 Euro, bei „wärmepumpe installateur“ bei 11,57 Euro. Wo Kunden sofort handeln oder ein Kunde viel Umsatz bringt, bieten mehr Betriebe mit.
- „Kosten“-Suchen sind günstiger, aber früher in der Entscheidung. „badsanierung kosten“ ist pro Klick billiger als „badsanierung“, die Suchenden informieren sich aber oft erst. Solche Begriffe brauchen eine Landingpage, die Orientierung gibt und trotzdem zur Anfrage führt.
Mit Ortsnamen wird es teurer
Suchbegriffe mit Stadtnamen zeigen die Kaufabsicht am deutlichsten und sind entsprechend umkämpfter. Die Werte unten sind ebenfalls bundesweit für genau diesen Begriff gemessen (Abruf 10.10.2026):
| Suchbegriff | Ø Suchen/Monat | Gebotsspanne oben auf der Seite |
|---|---|---|
| badsanierung münchen | 590 | 3,43 – 15,12 € |
| badsanierung düsseldorf | 210 | 1,88 – 7,09 € |
| badsanierung köln | 260 | 1,84 – 6,26 € |
| badsanierung augsburg | 320 | 1,47 – 6,16 € |
| dachdecker köln | 1.000 | 1,37 – 7,40 € |
Der obere Bereich für „badsanierung münchen“ liegt mit 15,12 Euro beim mehr als 3-Fachen des allgemeinen Begriffs „badsanierung“. Gleichzeitig zeigt die Tabelle eine weitere Grenze: Für „badsanierung köln“ gibt es im Schnitt 260 Suchen im Monat. Ihr Budget kann nur so weit reichen, wie es Suchanfragen gibt. Deshalb besteht eine gute Kampagne nie aus einem einzigen Keyword, sondern aus einer Gruppe passender Begriffe pro Leistung und Ort. Wie das für einzelne Gewerke aussieht, zeigen die Artikel zu Google Ads für Badsanierer, Google Ads für SHK-Betriebe und Google Ads für Dachdecker.
Wie viele Anfragen bringt ein Budget? Eine Beispielrechnung
Die Rechnung hat 2 Schritte: Budget ÷ Klickpreis = Klicks, und Klicks × Conversion-Rate = Anfragen. Spannend wird es erst danach, wenn Sie ausrechnen, was ein gewonnener Auftrag kostet.
Wichtig vorab: Die Klickpreise im Beispiel liegen innerhalb der Spanne für „badsanierung köln“ aus der Tabelle oben. Die Conversion-Rate (Anteil der Besucher, die eine Anfrage stellen) und die Abschlussquote sind Annahmen, keine gemessenen Werte. Sie hängen stark von Ihrer Landingpage, Ihrem Angebot und Ihrem Vertrieb ab. Deshalb rechnen wir mit einer vorsichtigen und einer guten Variante.
| Schritt | Vorsichtiges Szenario | Gutes Szenario |
|---|---|---|
| Werbebudget pro Monat | 1.500 € | 1.500 € |
| Tatsächlicher Klickpreis | 6,00 € | 3,00 € |
| Klicks (Budget ÷ Klickpreis) | 250 | 500 |
| Conversion-Rate Landingpage (Annahme) | 4 % | 8 % |
| Anfragen (Klicks × Conversion-Rate) | 10 | 40 |
| Kosten pro Anfrage | 150 € | 37,50 € |
| Abschlussquote Anfrage → Auftrag (Annahme) | 5 % | 10 % |
| Aufträge pro Monat | 0,5 | 4 |
| Werbekosten pro Auftrag | 3.000 € | 375 € |
0,5 Aufträge pro Monat heißt: im vorsichtigen Szenario ein Auftrag alle 2 Monate. Ob Sie mit diesen Zahlen eher im vorsichtigen oder im guten Szenario landen, entscheiden vor allem 3 Hebel: der Klickpreis (Keyword-Auswahl und Anzeigenqualität), die Conversion-Rate (Landingpage) und die Abschlussquote (Vorqualifizierung und wie schnell Sie auf Anfragen reagieren). Mit Ihren eigenen Werten können Sie die Kosten pro Lead berechnen und das in einer Minute durchrechnen.
Rechnen Sie außerdem mit einer Anlaufphase. Die Kampagne braucht in den ersten Wochen Daten, bevor die Optimierung auf Anfragen zuverlässig greift. Die ersten Monate sind deshalb oft näher am vorsichtigen Szenario.
Ab welchem Auftragswert rechnet sich Google Ads?
Google Ads rechnet sich, wenn der Deckungsbeitrag eines gewonnenen Auftrags die Gesamtkosten pro Auftrag klar übersteigt. Die Formel dafür: Kosten pro Auftrag ÷ Ihr Deckungsbeitrag in Prozent = Mindest-Auftragswert.
Nehmen wir an, Ihnen bleiben nach Material und Lohn 25 Prozent eines Auftrags als Deckungsbeitrag (setzen Sie hier Ihre eigene Zahl ein). Dann gilt für die Beispielrechnung:
- Vorsichtiges Szenario: 3.000 € ÷ 25 % = 12.000 € Mindest-Auftragswert, nur für die Werbekosten.
- Gutes Szenario: 375 € ÷ 25 % = 1.500 € Mindest-Auftragswert, nur für die Werbekosten.
Dazu kommen Betreuung, Landingpage und Tracking. Rechnen Sie diese Kosten auf die Aufträge eines Monats um, steigt der Mindest-Auftragswert entsprechend — im vorsichtigen Szenario deutlich.
Daraus folgt eine ehrliche Einordnung:
- Es passt meistens, wenn Ihre typischen Projekte bei 20.000 Euro und mehr liegen, etwa Bad-Komplettsanierung, Dachsanierung, Innenausbau oder Poolbau. Dann trägt sich die Rechnung auch dann, wenn die Kampagne eher im vorsichtigen Szenario läuft.
- Es wird knapp bei Aufträgen deutlich unter 20.000 Euro. Hier entscheidet die Effizienz: Klickpreise im unteren Bereich der Spanne und eine starke Landingpage sind Pflicht.
- Es passt oft nicht, wenn Sie vor allem kleine Reparaturen anbieten, die Klickpreise in Ihrer Region hoch sind, in Ihrem Einzugsgebiet kaum gesucht wird oder Sie neue Anfragen nicht zeitnah bearbeiten können.
Wenn in Ihrer Region kaum aktiv nach Ihrer Leistung gesucht wird, ist Meta (Facebook & Instagram) häufig der passendere Einstiegskanal, weil dort Nachfrage über Bilder geweckt wird statt abgefangen. Wann welche Plattform sinnvoller ist, steht im Artikel Meta oder Google Ads: Welche Plattform bringt wirklich Kunden?.
Wie Sie die Kosten pro Auftrag senken
Den Klickpreis können Sie nur begrenzt beeinflussen, die Kosten pro Auftrag dagegen stark. Die größten Hebel liegen nicht im Gebot, sondern davor und danach:
- Keywords mit Kaufabsicht wählen und eng einstellen („genau passend“ oder „passende Wortgruppe“), statt Google mit „weitgehend passend“ freie Hand zu lassen.
- Negative Keywords wöchentlich pflegen, damit Job-, Ausbildungs- und Do-it-yourself-Suchen kein Budget mehr ziehen.
- Auf eine spezialisierte Landingpage führen statt auf die Startseite. Wie die aufgebaut ist, zeigt der Artikel zur perfekten Landingpage für Handwerker.
- Conversion-Tracking einrichten, damit Sie wissen, welche Keywords Anfragen bringen, und Google darauf optimieren kann.
- Vorqualifizieren, etwa mit ein paar Fragen zu Projekt, Budget und Zeitraum. Das senkt die Zahl der Anfragen manchmal leicht, erhöht aber die Abschlussquote.
Nächster Schritt
Was Google Ads kostet, legen Sie selbst fest. Was es bringt, entscheiden Suchnachfrage in Ihrer Region, Klickpreise, Landingpage und Ihr Auftragswert. Wenn Sie wissen wollen, ob sich die Rechnung für Ihr Gewerk und Ihr Einzugsgebiet trägt, ziehen wir im Erstgespräch die echten Keyword-Planner-Daten für Ihre Region und rechnen sie mit Ihren Auftragswerten durch. Wenn die Zahlen nicht passen, sagen wir Ihnen das auch.