Viele Energieberater kennen das: Der Kalender ist voll, aber nicht mit den Aufträgen, die sie sich wünschen. Dieser Leitfaden vergleicht die 6 wichtigsten Wege zu neuen Aufträgen und zeigt, wie Sie gezielt mehr Komplettsanierungen mit Baubegleitung gewinnen.
Die Basis sind unsere Auswertung von rund 3.900 Energieberater-Websites, Suchdaten aus dem Google Keyword Planner und öffentliche Marktzahlen. Fälle einzelner Büros nennen wir nicht.
Welche Wege zu Aufträgen gibt es für Energieberater?
| Weg | Stärke | Grenze | Passt zu |
|---|---|---|---|
| Expertenliste | Pflichtsichtbarkeit für geförderte Leistungen | Viele Büros, kaum Abgrenzung | Allen |
| Empfehlungen | Hohes Vertrauen, keine Werbekosten | Nicht planbar, Mix nicht steuerbar | Allen |
| Kooperationen | Passende Anfragen aus dem Umfeld | Baut sich langsam auf | Baubegleitung, Mehrfamilienhaus |
| Portale | Schnell, wenig Aufwand | Geteilte Anfragen, Preisdruck | Auslastung |
| Eigene Website | Ihr Angebot, Ihre Sprache | Bringt allein wenig Besucher | Allen, als Grundlage |
| Anzeigen | Planbar und regional steuerbar | Kostet Budget, braucht Filter | Wunschaufträge |
Reicht die Expertenliste für genug Aufträge?
Die Energieeffizienz-Expertenliste ist wichtig, weil Eigentümer dort Fachleute für geförderte Leistungen suchen. Für planbare Aufträge reicht sie selten. Sie stehen neben vielen anderen Büros, und der Eintrag sagt wenig darüber, wofür Sie stehen.
Halten Sie den Eintrag aktuell und prüfen Sie im aktuellen Regelheft, welche Kategorien Sie anbieten dürfen. Dann sorgen Sie dafür, dass Eigentümer auf Ihrer eigenen Seite sofort sehen, welche Projekte Sie begleiten.
Warum fehlen vielen Büros die großen Projekte?
Weil der Markt sich verschoben hat. Geförderte Effizienzhaus-Sanierungen an Wohngebäuden sind laut dena-Gebäudereport 2026 von rund 30.600 im Jahr 2022 auf 14.700 im Jahr 2024 gefallen. Gleichzeitig nennen laut Sirius-Campus-Befragung 2026 55 % der Berater preisgünstige Online-Beratungen als große Herausforderung.
Auch die eigene Darstellung spielt eine Rolle. Auf unseren ausgewerteten Websites nennen 78 % den Energieausweis, aber nur 38 % das Effizienzhaus. Wer vor allem kleine Leistungen zeigt, bekommt vor allem kleine Anfragen.
Wie bekomme ich mehr Baubegleitungen?
Sprechen Sie über den Anlass, nicht über die Leistung. Nach „baubegleitung energieberater“ wird bundesweit nur rund 40-mal im Monat gesucht, nach „kfw 261“ dagegen 18.100-mal (Google Keyword Planner, Oktober 2026). Eigentümer kennen das Wort Baubegleitung oft gar nicht. Sie denken an ihr Haus.
Typische Anlässe sind:
- Ein Altbau wurde gekauft oder geerbt.
- Dach und Fassade stehen ohnehin an.
- Die Heizung ist alt, und der Eigentümer will die Reihenfolge klären.
- Eine Eigentümergemeinschaft plant eine Sanierung.
Bauen Website, Anzeige und Erstgespräch auf solchen Anlässen auf, erreichen Sie Menschen, bevor sie Preise vergleichen. Stellen Sie im Formular Fragen nach Gebäude, Vorhaben und Zeitplan. Wie das aussieht, zeigt die Anleitung zur perfekten Landingpage für Energieberater.
Wie lassen sich Kooperationen aufbauen?
Handwerker, Hausverwaltungen, Finanzierer und Architekten sprechen täglich mit Eigentümern, die sanieren wollen. Eine gute Kooperation beginnt klein: Wählen Sie 5 Betriebe aus Ihrem Umfeld und zeigen Sie ihnen an einem echten Projekt, was sie von Ihnen haben.
Bleiben Sie dabei unabhängig. Wer für Provision empfiehlt, gefährdet das Vertrauen der Eigentümer. Prüfen Sie die Regeln Ihrer Förderprogramme, bevor Sie etwas vereinbaren.
Lohnen sich Portale für Energieberater?
Für schnelle Auslastung können Portale helfen, für große Projekte eher nicht. Prüfen Sie vor dem Start 3 Dinge: Wie viele Büros bekommen dieselbe Anfrage, was kostet eine Anfrage, und was passiert mit unpassenden Anfragen? Aroundhome nennt auf seiner Partnerseite bis zu 3 Partner je Anfrage.
Rechnen Sie die Kosten immer auf den Auftrag um. Eine günstige Anfrage ist teuer, wenn nur selten ein Auftrag daraus wird.
Was bringt eine eigene Website?
Sie ist die Grundlage für alle anderen Wege, denn auch Empfehlungen schauen zuerst dort nach. Trotzdem machen es viele Büros Interessenten schwer: Einen Online-Termin bieten nur 4 bis 5 % der ausgewerteten Websites, einen Rückruf nur 6 %.
Zeigen Sie vorn Ihre Wunschprojekte, echte Beispiele aus der Region und einen einfachen Weg zur Anfrage.
Wann lohnen sich Anzeigen?
Anzeigen lohnen sich, wenn Ihnen große Projekte fehlen und Sie dafür Kapazität haben. Einen Google-Ads-Tag fanden wir nur auf rund 4 % der Websites. Das ist eine Untergrenze, zeigt aber: Bezahlte Werbung ist unter Energieberatern bisher selten.
Google erreicht Menschen, die schon suchen, vor allem nach Fahrplan, Energieausweis und Förderung. Facebook und Instagram erreichen Eigentümer, bevor sie suchen. Das passt besser zu großen Sanierungen. Vermeiden Sie dort Botschaften zu Politik oder Heizungsgesetz und sprechen Sie über Haus, Kosten und Vorhaben. Suchzahlen für 99 Städte und einen Plattform-Check finden Sie unter Marketing für Energieberater. Die Grundlagen zeigt unsere Anleitung für lokale Dienstleister.
In welcher Reihenfolge gehen Sie vor?
- Rechnen. Klären Sie mit dem Honorarrechner für Energieberater, welche Aufträge sich lohnen und was eine Anfrage kosten darf.
- Festlegen. Entscheiden Sie, wovon Sie im nächsten Jahr mehr wollen.
- Sichtbar machen. Stellen Sie genau das auf Ihrer Website nach vorn.
- Filtern. Fragen Sie vor dem Rückruf nach Gebäude, Vorhaben und Zeitplan.
- Ausbauen. Starten Sie Kooperationen oder Anzeigen, sobald der Anfrageweg steht.
Sind Sie mit den Aufträgen ausgelastet, die Sie wollen, brauchen Sie keine Werbung. Fehlen Ihnen die großen Projekte, ist das die Reihenfolge, mit der wir beginnen würden.